Herzbumbern

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Manche Entscheidungen müssen wohl überlegt sein. Sich eine Dauerkarte zu holen gehört zu diesen schweren Entscheidungen, diese die mehr das Herz als der Kopf entscheidet. Eine Entscheidung, für die es keine rationalen Gründe gibt.

Eigentlich wollte ich nicht. Zu enttäuschend verlief die letzte Saison. Im Auswärts-Derby gebumst worden, Heimspiele gegen Heidenheim (!!!) oder FSV Frankfurt verloren. Am Ende stehst du irgendwo im Mittelfeld der Bedeutungslosigkeit (= 2. Liga), hattest zeitweise Angst wie andere Traditionsvereine mit einem Abstieg endgültig in der Vergessenheit zu landen. Spielzeiten die mich mehr zerstören als erfreuen. Montag um 20:15 Uhr? Freitag um 18:30 Uhr? Sonntag um 13:30 Uhr? Was soll das?

Sollte in der neuen Saison eine Steigerung erfolgen? Es ist zu bezweifeln. Der Kader ist ein Überraschungsei, die Posse um den neuen Torhüter, den neuen Rechtsverteidiger oder allgemein mal Spieler verdarb einem die Laune. Was mit Pinola abgezogen worden ist macht mich immer noch wütend.

Und so ließ ich den Vorkauf auslaufen. Ich wollte nicht. Ich habe Sky, ich brauch keine Dauerkarte. Im Fernsehen ist es eh alles besser zu erkennen. Da kann ich 10 Minuten vor Spielbeginn meinen Platz einnehmen, kein Stress kein nichts. Ich war wirklich stark, es verwunderte mich selbst.

Dann begann der Mitgliederverkauf. Mittwoch, 09:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich in einem Meeting in der Arbeit. iPhone unter dem Tisch. Nur mal gucken was es gibt. Sitzplätze wären geil. Es folgten 5 Minuten an die ich mich nicht erinnere. Nach 20 Minuten kam eine E-Mail die mich zum Kauf beglückwünschte. 2 Dauerkarten.

Herzbumbern. Es geht wieder los.

1. FC Nürnberg – Bohemians 1905 Prag (04.07.2015)

Für den Samstag wurden Rekordtemperaturen ausgerufen. So kam meine Herzensdame auf die Idee, den Tag im Freibad zu verbringen. So ging es wie üblich in unser Lieblingsfreibad: Das Clubbad am Vereinsgelände. Für den selben Tag war natürlich auch ein Testspiel am Sportpark Valznerweiher angesetzt. Ein Fuchs, so einer wie ich eben bin, war natürlich hellauf begeistert davon ins Freibad zu gehen, nur um sich um kurz vor 15 Uhr zu verpissen um den Testspiel beizuwohnen. Im Bad wurde viel gechillt, Schabernack getrieben, der aktuelle Dröhnbütel gelesen und mit nem halben Auge die Spiele von einem internationalen Jugend-Wasserball Turnier verfolgt. Sozusagen ein Nürnberger Sportnachmittag, nur ohne die blöden Tigers.

Kurz vor Spielbeginn ging es dann rüber zum Max-Morlock-Platz. In der prallen Sonne verfolgte man ein Spiel, was die Lust und Hoffnung auf die neue Saison sehr schnell zerschlug. Der Glubb schoss keine Tore, bis auf ein paar versprechende Kombinationen war da nichts dabei. Und da gibt es keine Entschuldigungen! Als ambitionierter Zweiligist, der gerne wieder in die höchste Spielklasse aufsteigen möchte, musst du Spiele wie dieses gewinnen. Haushoch. Überlegend. Da hilft auch die Entschuldigungen wie „Bla bla der Spieler X fehlt, nicht eingespielt, zu heiß“ nichts. Solche Spiele gehören gewonnen!

Aber nein, nicht nur das der Glubb vorne keine Dinger macht, er kassiert sie auch hinten. Gegen Regensburg 2, gegen Prag 1. Gegen unterklassige Gegner. Wie soll das gegen gleichstarke Gegner laufen? Verlieren wir in Zukunft jeden Spiel mit 0:6? Nach dem Testspiel habe ich jedenfalls keine Hoffnung das die nächste Saison besser wird als die letzte.

Der einzige Grund warum ich das Spiel letztlich besucht habe, ich habe auf einen geilen Prager-Mob gehofft. Ein paar Honzas die den Weg nach Nürnberg auf sich nehmen um ihre Mannschaft mit Gesängen zu unterstützen. Am Ende waren es nicht mal 10 Einzelpersonen, welche zwar immer wieder das selbe Lied anstimmten, aber sonst nichts auf die Kette brachten.

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Insta 06/2015

Der monatliche Überblick über meine Instagram-Fotos.

Stadtgrenze. #fcn #un94 #fckcps

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Brückenkunst. #nbg #fckcps #streetart #streetartnbg

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#bda #fcn #streetartnbg #fckcps

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Tempo #tempo #streetart #streetartnbg #fckcps

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Hinter Gittern #fcn #bda #streetartnbg #fckcps

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Scheiß Überwachung! #fcn #bda #freiheitfürultras #streetartnbg

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#un94 #bda #fcn #streetartnbg

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Trainingsauftakt 2015/2016

Den Glubbfan schreckt so schnell nichts ab. Ein vermeidbarer Bundesligaabstieg wird von 3000 Zuschauern zum Trainingsauftakt 2014/2015 begleitet. Eine Saison mit einer Derbyschande, Niederlagen gegen Dörfer wie Heidenheim oder Sandhausen, eine Saison im Mittelmaß der 2. Liga, bei der man sogar kurzzeitig um den Abstieg bangen musste, wird zum Trainingsauftakt 2015/2016 von 2000 Zuschauern begleitet. Mögen die Wege, noch so steinig sein…

Der heutige Auftakt in die neue Saison wurde locker begonnen. Die Mannschaft um Neulinge wie Sepsi, Baumann, Kutschke und so weiter wurde erst durch eine Ansprache um das Trainerteam von René Weiler eröffnet. Nach einem lockeren Warmlaufen und einigen Dehnübungen kam es zum Trainingsspiel. FCN 1 gewann gegen FCN 2 mit 4:0. Es gab einige schöne Szenen, Hoffnung auf einen Aufstieg macht es dennoch nicht.

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Bye Bye Pinola

Es gibt Dinge im Leben, die kann man sich nicht vorstellen. Es gab wohl kaum einen Anhänger des Ruhmreichen, der wirklich dachte das das Heimspiel gegen Aalen am 24.05.2015 wirklich der letzte Auftritt von Pinola im Max-Morlock-Stadion sein wird. Zu oft gab es bereits langwierige Vertragsverhandlungen, dennoch wusste man das Pinola bleibt. Der Fels in der Brandung. Auch wenn er nicht immer gut spielte, er gehörte zum Glubb. 10 Jahre lang Blut, Schweiß und Tränen für den FCN. Einer der letzten Pokalsieger im Verein, einer der immer wieder sagte wie wichtig ihm der FCN sei.

Weg.

Pinola ist weg. Die Meldung gestern auf FCN.de löste in mir eine Sprachlosigkeit aus. Ich war wirklich geschockt. Und sauer. Ein 1. FC Nürnberg ohne Pinola? Unvorstellbar. Die rationalen Gründe (zu alt, zu langsam etc.) waren in dem Moment egal. Ich war/bin sauer auf diesen Verein und alle beteiligten Personen.

Danke Pinola für 10 Jahre Liebe, Glauben und Leidenschaft. No me arrepiento de este amor.

Sudden (14.05.2015)

Mit seinem neuem Album „Superkräfte“ hat Sudden auch die dazugehörige Tour angekündigt. Da mich die erste Single vom Album, Dörte Müller, ziemlich geflasht hat, habe ich von meiner Herzensdame eine Karte für den Tourstopp in Nürnberg bekommen.

Also ging es am Feiertag (glücklicherweise) mit dem Auto ins Hirsch. Ich habe die Location schon im Bericht zu Vega kritisiert, hier fiel mir das übersteuern der Boxen aber nicht so auf. Mit meinen 28 Jahren hob ich den Altersdurchschnitt ziemlich an. Manche Besucher mussten noch von einem Elternteil begleitet werden, andere kamen in großen Gruppen und ein Pärchen, welches ich ziemlich gefeiert habe, erschien in Pikachu-Anzügen. Nach ner kalten Pizza und ner kleinen Cola konnte endlich das Konzert beginnen.

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Als Eröffnungsact durfte ich Joshimizu bewundern. War mir unbekannt, auch viele aus der Crowd wussten wohl nichts mit ihm anzufangen. Durch seine sympathische Art, seine Lockerheit und seinem Trinkverhalten konnte er allerdings sehr überzeugen. Er spielte ein Best-Of seiner 2 Alben (ZU!Gabe und MDMA). Sind paar gute Lieder dabei gewesen, auf Spotify habe ich mich gleich in Drink in mein Glass verhört. Lief danach noch einige Tage rauf und runter.

Nach ner guten Halben Stunde, in der er neben seinen Tracks auch noch ein paar Gläser Wodka getrunken hat, ging es wieder unangekündigt in eine Pause. Also erstmal den Nikotinhaushalt aufbauen.

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Dann ging es mit dem Hauptact los. Sudden und sein Backup-Rapper (Name entfallen) kamen mit Masken auf die Bühne und starteten gleich durch. Das hob die Stimmung in der Halle, mir kams so vor als würde jeder außer mir (und den Elternteilen) jedes Wort mitrappen können. Nicht nur zu alt, sondern auch nicht textsicher. Nachdem Sudden sich dann vorstelle, uns ne Geschichte erzählte warum sein Backup-Rapper mit einem Stofffetzen statt ner richtigen Maske auftrat und uns auf die Piñata aufmerksam machte, spielte er fast sein komplette Superkräfte Album und auch einige Lieder von „Romantisches Arschloch„.

Die größte Freude macht er mir als er auf den Nintendo 64 auf der Bühne verwies. Er hatte dazu Mario Kart 64 dabei. Es durften auch 2 Leute aus der Menge eine Runde zocken, der Gewinner erhielt ne signierte „Romantisches Arschloch“ CD. Richtig nette Geste. Auch die Piñata wurde irgendwann zerschlagen, die Masken wurden abgenommen und von „Dörte Müller“ über „Super Sudden“ und „Euer Vater war ein Star“ zu „Ich liebe deine Mama“ wurde jedes mir bekannte Lied gespielt. Die Menge fing zwischendurch zu Pogen an, es wurde mit Joshimizu Wodka getrunken und es folgen Capri Sonnen von der Bühne.

Alles in allem ein ziemlich gutes Konzert, die Show an sich gefiel mir besser als die von Vega 2 Monate zuvor, allerdings kann ich mit der Musik von Vega bzw. dem gesamten Freunde von Niemand Camp mehr anfangen. Dennoch habe ich es nicht bereut das Konzert zu besuchen. Daumen hoch!



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Wollte ich mir mal geben: Borussia Dortmund-Schalke 04, Bundesliga
Der Italiener Simone Meloni besucht das Revierderby und teilt seine Eindrücke über den deutschen Fußball, die deutsche Ultrákultur und die Unterschiede zu Italien.

Um zu urteilen, muss man verstehen: 1. FC Heidenheim – Fortuna Düsseldorf, 2. Bundesliga
Nicht nur das Revierderby wurde von Meloni besucht, er durfte auch bei den Ultras Düsseldorf mitfahren und ihr Auswärtsspiel in Heidenheim besuchen.

Die Stadt der gegensätzlichen Derbys
Denkt man an das Wiener Derby, denkt man sofort an Rapid gegen Austria. Hier geht es allerdings um das Vienna Derby in der 3. Liga, dem „Dörbi of Love“ zwischen First Vienna FC und dem Wiener Sportklub.

„This in Napoli!“


Es gibt wohl wenige Städte auf der Welt, die so an ihrem Fußballverein wie es in Napoli der Fall ist. Diese kurze Dokumentation zeigt deutlich, wie verbunden wie Bewohner der Stadt mit ihrem Verein sind. Egal ob Ultra der Curva B, der Stadionsprecher oder der Barbesitzer, der einen Maradona Schrein hat – alle Lieben Napoli.

Vega (26.03.2015)

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Meine Liebste schenkte mir zum Valentinstag eine Karte für die „Kaos“-Tour von Vega. Dies war mein zweites Freunde-von-Niemand Konzert, nachdem ich bereits die „Nero“-Tour 2013 besuchte. Nach dem damaligen Konzert war ich nicht so geflasht.

Also ging es jetzt wieder ins „Hirsch“. Voll war das Konzert nicht, ich schätze mal es waren ca. 80 Leute anwesend. Das Konzert begann dann auch mit „Timeless“, der einige Songs von seinem Soloalbum spielte. Leider waren hier die Bässe sehr übersteuert, so dass man nicht wirklich etwas von Timeless verstand. Das wird allerdings allgemein ein Problem vom Hirsch sein, hörte ich bereits öfters das der Laden nicht wirklich für Konzerte geeignet ist.

Der beste Song seines 30-Minuten Auftrittes war der vom 3. Labelsampler, „Zwei Stimmen“. Er war zwar sehr bemüht gute Stimmung ins Hirsch zu bringen, allerdings ist der Funke nie wirklich über gesprungen. Nach dem Timeless dann fertig mit seinem Auftritt war, gingen die Lichter der Bühne wieder aus und es war offensichtlich Pause. Leider wurde keiner informiert, so dass nach und nach immer mehr Personen den Weg nach draußen suchten um der Nikotinsucht zu frönen.

Nach ca. 20 Minuten merkte man dann langsam Bewegung auf der Bühne, so dass der Mob sich wieder nach innen begab. Hier kamen dann nach und nach die Live-Band raus. Wer das aktuelle „Kaos“-Album gehört hat, weiß das V auf sehr gitarrenlastige Beats abfährt. So ging die Show dann auch mit dem Intro vom aktuellen Album los.

Mit Bosca als Backup-Rapper wurden verschiedene Tracks performt, egal ob vom aktuellen, von älteren Album oder ein Medley von seinen Free-EPs. Das ganze Camp war zeitweise auf der Bühne und trank Wodka-Cola-Mische. Sehr sympathisch, man allen Beteiligten an wie viel Spaß sie an diesem Konzert hatten. Auch die Frau von Vega durfte ihre Stimme bei 2 Songs beisteuern. Es wurden alle wichtigen Tracks seiner Karriere gespielt.

Auch das Übersteuern der Boxen ist hier nicht so extrem aufgefallen, nachdem viel von der Band kam und nicht aus dem Mac. Die Zuschauer gingen wirklich gut auf die Performer ein und erzeugte so eine gute Stimmung. Einen Löwenanteil wieso dieses Konzert besser war als das in 2013 ist, das diesmal Bosca dabei war. Bosc und V sind ein eingespieltes Team, das wunderbar funktioniert. Das ganze Camp auf der Bühne machte gute Stimmung, rappte jede Zeile mit und feierte einfach eine unbeschwerte Zeit. Sowas ist sympathisch und sorgt für eine lockere Atmosphäre.

Nachdem dann das Outro gespielt wurde gingen die Lichter aus. Natürlich nicht, ohne das die Fans eine Zugabe forderten. So wurde explizit nach „König ohne Krone“ verlangt. Die Rufe wurden von Vega erhört und er kam nochmal für ein paar Tracks auf die Bühne. Besonders „König ohne Krone“ wusste zu gefallen. Der ganze Abend endete dann mit dem besten Outro von V, dem von „Vincent“. Danach gingen erneut die Lichter aus und ein richtig gutes Konzert nahm sein Ende.