Autor: Fabbo (Seite 3 von 4)

The Game & DJ Drama — Gangsta Grillz: Every Movie Needs a Trailer

Mit The Game, der 2004 die Westküste wieder auf die Karte gebracht hat, und DJ Drama, der in den 2000ern das Mixtape-Game durchgespielt hat, treffen hier zwei Giganten aufeinander. Ob es 2025 noch ein Gangsta Grillz braucht, geschenkt. Gegen hoffentlich gute Musik hat niemand was.

Das große Kritikpunkt hier sind die ständigen, typischen 2000ern Shouts „DJ DRAMA“, „GANGSTA GRILLZ“, während, vor oder nach einem Song. Das zieht runter.

The Game ist The Game, er bringt eine unfassbare Aura auf den Beat. Das Tape soll in zwei Tagen entstanden sein, das merkt man an der Belanglosigkeit der Texte. Sehr viel Name-dropping, sehr viel nonsense. Aber eben stark gerappt.

Ich gebe dem Ding 7/10, da der Nervfaktor der Tags überwiegt. Ich freu mich auf The Documentary 3.

DJ Premier & Ransom – The Reinvention

Premo ist 2025 ein Arbeitstier und dabei ist das Collab-Album mit Nas noch nicht mal draußen.

Spielzeit wieder unter 20 Minuten, doch im Gegensatz zur EP mit Marciano kann hier die Repeat Taste betätigt werden. Die Beats von Premier und die Raps von Ransom verbinden sich zu einer guten Masse. Premo sichert die besten Beats sicherlich für Nas‘ Album, aber auch die „Ausschussware“ ist verdammt stark.

Das hier ist pures New York, bis auf den Skit passt hier einfach alles. 9/10

Vega – König ohne Krone

Vega hat 2024 mit WSSNMB das beste Deutschrap Album rausgebracht, daher war die Erwartungshaltung für König ohne Krone sehr hoch.

Diese sank auch nicht in der Promophase, wo man direkte Verknüpfungen zu WSSNMB hatte.

In Momenten wo Vega seine verletzliche Seite zeigt, zieht er die Hörer in diese Stimmung wie es kein anderer Rapper in Deutschland kann. Die Lieder für die Straße sind bei KoK nicht so stark wie bei seinem Vorgänger, daher ist es nicht auf dem selben Niveau.

Aber es ist ein verdammt starkes Album, 9/10. Hört Vega.

Big L – Harlem’s Finest: Return of the King

Das Jahr 2025 bringt einen neuen, offiziellen Release von Big L. Manchmal ist die Welt doch schön und gönnt.

Das 26 Jahre nach seinem tragischen Tod die Schreibtischschublade an neuen, frischen Texten leer ist, sollte jedem klar sein. Das man allerdings ein ziemlicher L-Head sein muss (schuldig!), um die Reime zu kennen, ist es umso wichtiger das nochmal auf einem richtigen Release zu veröffentlichen.

Damit öffnet man auch vielen neuen HipHop Headz die Pforte zu Big L, um tiefer einzutauchen und die Legende um Harlems Finest zu lernen und zu lieben.

Das Album ist eine liebevolle Zusammenstellung, wo wirklich darauf geachtet wurde das es zu L passt. Das ist kein Biggie Duets oder Loyal to the Game, das ist New York 1995.

Das Album verdient unglaubliche 9/10.

Big L – Rest in Peace!

SSIO – Alles oder nix

SSIO ist wieder zurück (war er eigentlich mal richtig weg?) um Deutschrap zu retten. Promophase hat der gute durchgespielt, das muss man ihm lassen.

Das Album ist sauber produziert, die Reime sind SSIO-typisch und alles in allem kann man wenig meckern. Inhaltlich kommt da wenig, außer random namedropping. Alles auf lustig angelegt gibts auch einige gute Schmunzeler.

Das Album ist halt einmal gehört und dann wieder in die Ecke gestellt. Das ist keine Musik für Repeat, das ist Musik für den nächsten TikTok Trend. 6/10

Mobb Deep – Infinite

Das uns 2025 mit neuen Verses von Prodigy segnet, hatte ich nicht auf der Agenda. Acht Jahre nach seinem Tod frische Reime zu hören ist wirklich Balsam.

Die Erwartungshaltung war durch die posthume Veröffentlichung natürlich sehr gering. Allerdings war ich nach der ersten Rotation völlig geflasht.

Man merkt wie viel Liebe Havoc investiert hat, um ein würdiges Mobb Deep Album abzuliefern. Das ist ihm definitiv gelungen.

Mit Gastauftritten wird auch nicht gegeizt, alle passend den Umständen entsprechend.

Ein wirklich schönes Album, das starke 8/10 verdient hat.

Rest in Peace P!

DJ Premier & Roc Marciano – The Coldest Profession

Die Ankündigung hat schon einen kleinen Hype bei mir ausgelöst. Mit Roc einer der smoothsten Rapper über ausschließlich Premo Beats? Was kann da schief gehen?

Nichts. Die 20 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug. Die Beats sind nicht typisch Premo, er hat sich hier wirklich auf den minimalistischen Stil von Roc eingelassen. Dieser schwebt über jeden Beat als wäre es das normalste der Welt. Die Kombo passt.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Langlebigkeit. Ich verspüre keine Drang das Ding mehr als einmal zu hören. 7/10

Bushido – König für Immer EP

Bei Spotify wurde mir diese EP vorgeschlagen. Sagte mir null, die Recherche ergab das diese EP ein RTL+ Exklusive (lol) war und jetzt auf allen Plattformen verfügbar ist.

Bei 5 Tracks und 13 Minuten Laufzeit habe ich das Ding mal über die AirPods geballert.

Es ist Bushido 2024. Seine Stimme und sein Flow erzeugen immer noch einen Moment der Unbeschwertheit, seine Beats wählt er weiterhin sehr bedacht aus. Der Inhalt ist halt nichts. Die typischen nichtssagenden Reime.

Spart die Zeit. 4/10

Kool Savas – Lan Juks

Wir haben lang genug gewartet das dieses Album erscheint. Über einen Zeitraum von 10 Monaten wurden 6 Tracks von diesem Album und damit genau die Hälfte vorab als „Singles“ veröffentlicht.

Das Album beginnt auch hoffnungsvoll, da der neue und der alte S.A.V., denn wir damals zum King of Rap ernannt haben, auf dem selben Track spitten. Danach folgt aber auf 32 Minuten zum Großteil der 0815-Savas, der zwar immer noch gut, aber eben nicht mehr Elite ist.

Warum man aus Nur die Nacht allerdings eine semi-geile Liebeserklärung an HipHop macht und dieses Sample nicht für das schnulzigste Liebeskummer Lied macht weiß nur Essah.

Auch My Life liefert eine geile Sample-Hook, aber die Texte fühle ich so semi. Auf Ich glaub Ich bekommt man einen alten KKS Verse, der soviel Wortwitz und Flow ausstrahlt, danach aber der SAV Verse einfach unpassend wirkt.

Alles in allem solides Album mit Potential zu viel viel mehr, aber das bekommt man nicht. 7/10

Clipse – Let God Sort Em Out

16 verdammte Jahre mussten wir auf ein neues Album von Clipse warten. Allerdings schwingt nach so einer langen Wartezeit eine Menge Zweifel mit. Können die Jungs immer noch überzeugen? Können Sie an die Höhen alter Zeit anknüpfen?

Auf Beats von Pharrell kommen die Jungs daher als wären sie nicht weg gewesen. Die Raps scharf wie Messer, die Lyrics auf den Punkt wie Nadelstiche und eine Gästeliste, die Herzen höher schlagen lässt.

In 40 Minuten lassen Pusha T und Malice einen Film im Kopf abspielen. Rap wie man ihn 2025 nicht mehr bekommt aber bitter benötigt. Real HipHop.

Album des Jahres. 10/10