Kategorie: Rap (Seite 2 von 4)

A$AP Rocky — Don’t Be Dumb

Wenn jemand, der ein Genre so sehr geprägt hat, nach langer Zeit wieder ein Album veröffentlicht, ist die Erwartungshaltung sehr sehr hoch.

An dieser Erwartungshaltung kann man scheitern, weil man versucht diese Haltung zu erfüllen. Oder man macht es wir Rocky und gibt nichts darauf. Auf dieser LP wird sehr viel experimentiert. Soviel, das es keine Identität hat. Auf der einen Seite bekommt man den guten Rapper, auf der anderen ein paar Sounds für TikTok.

Es ist nicht schlecht, aber es hat für mich keine Seele und keinen Repeat-Faktor. Ich habe das Album einmal gehört und das wars. 6/10

Larry June, Curren$y & The Alchemist — Spiral Staircases

Diese EP fühlt sich, als wäre sie kurz an einem spaßigen Wochenende entstanden. Kein Druck eines Albumreleases, einfach drei Künstler die Bock auf Musik haben und wir dürfen daran teilnehmen.

Mit Alchemist an den Beats kann man schon wenig falsch machen, aber das Curren$y und Larry hier wirklich mit aller Lockerheit ihre Stimme draufpacken, das ist ein gutes Match.

Die EP will nicht großes Aufsehen erregen, sie möchte die Leute ansprechen die einfach mal für 23 Minuten einen Soundtrack benötigen. 23 Minuten den Kopf ausschalten und einfach der Musik lauschen. 8/10

RZA – Bobby Digital Presents: Juice Crew

Ein Album, produziert von RZA, mit den Pionieren des HipHop? Was soll da bitte schief gehen?

Am Ende die Spielzeit. Mit nur 27 Minuten, welche allesamt fantastisch sind, muss häufiger der Repeatknopf gedrückt werden.

Mit Big Daddy Kane, MC Shan oder Roxanne Shante am Mikrofon gehen die Zuhörer auf eine Zeitreise. Die harten Raps der 80er treffen hier auf düstere, Wu-Tang artige, Beats der 90er. Ein Mix der sehr gut funktioniert.

RZA tritt hier mit gehörigen Respekt an die Mischer, immerhin haben diese MCs ihm und dem Clan den Weg bereitet. Es hätte durchaus länger sein dürfen und die Hoffnung stirbt zuletzt das es ein Nachfolger Projekt auf Longplayer gibt. 9/10

Baby Keem – Ca$ino

Das jemand heutzutage fünf Jahre wartet, bevor er nach seinem Debüt erneut ein Album veröffentlicht, ist ungewöhnlich. Mit 11 Tracks und einer Spielzeit unter 40 Minuten nimmt uns Keem mit auf eine Reise.

Eine Reise, durch den sogenannten „Real-Life-Shit“. In der heutigen Zeit ist so ein persönliches Album selten, daher wirkt es sehr erfrischend. Es wird großer Wert auf die Lyrics gelegt, daher ist das kein Album was man so nebenbei hören kann. Man muss sich darauf einlassen.

Wenn man das tut, dann wird man sehr gut unterhalten. Wer sich 2026 so verletzlich zeigt, der setzt am Blackjack Tisch alles auf schwarz und holt den Gewinn. Das wird am Ende des Jahres in den Top Listen landen. 9/10

Main Concept – Kontinuum EP

Das Ding ist mal völlig an mir vorbei gegangen. Zum 35 jährigen Jubiläum lässt es sich Main Concept nicht nehmen, eine kleine EP zu droppen.

Und meine Güte, das ist der Sound mit dem ich aufgewachsen bin. David Pe, der wie in den 90ern über den Beat spaziert und dabei seinen Witz in lyrisch herausfordernde Reime packt, hat in den letzten Jahr nichts verlernt. Die Beats von Glammerlicious, unterstützt von den Cuts von DJ Explizit, das Gesamtwerk passt hier einfach.

Das Ding muss aufgrund der kurzen Länge häufiger rotieren, aber das kann man auch in 10 Jahren noch hören. 10/10

Tech N9ne – 5816 Forest

Ich habe bislang Tech nie auf Albumlänge gehört. Daher ging ich völlig ohne Erwartung in diese Listening-Session.

In knapp einer Stunde bekommt man hier roh und unzensiert das Leben von N9ne präsentiert, immer wieder unterbrochen durch sehr persönliche Skits, die sich prima in das Konzept einbringen.

Tech hat einen gewöhnungsbedürftigen Flow, aber dort ist er ein Meister seiner Art. Wer davon nicht abschreckt, bekommt ein gutes, klassisches Rap Album geliefert. 8/10

Nas & DJ Premier – Light Years

Es ist da. Jahrelang haben wir darauf gewartet. Nas auf einem Album mit ausschließlich Preemo Beats? Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einem Tag.

Wer hier 2025 Nas erwartet, wird enttäuscht sein. Wir drehen die Uhr zurück und es ist 1994. Es ist eins dieser Alben, die in der Gesamtheit bestehen. Einzelne Tracks rauszupicken ist unmöglich, ähnlich wie ich es bei Illmatic fühle.

Es passt von vorne bis hinten alles, das es hier einen der wenigen Nas & AZ Tracks gibt, ist die sogenannte Kirsche oben drauf.

Das Ding hat schon mehrmals meine AirPods überwunden. 10/10

The Game & DJ Drama — Gangsta Grillz: Every Movie Needs a Trailer

Mit The Game, der 2004 die Westküste wieder auf die Karte gebracht hat, und DJ Drama, der in den 2000ern das Mixtape-Game durchgespielt hat, treffen hier zwei Giganten aufeinander. Ob es 2025 noch ein Gangsta Grillz braucht, geschenkt. Gegen hoffentlich gute Musik hat niemand was.

Das große Kritikpunkt hier sind die ständigen, typischen 2000ern Shouts „DJ DRAMA“, „GANGSTA GRILLZ“, während, vor oder nach einem Song. Das zieht runter.

The Game ist The Game, er bringt eine unfassbare Aura auf den Beat. Das Tape soll in zwei Tagen entstanden sein, das merkt man an der Belanglosigkeit der Texte. Sehr viel Name-dropping, sehr viel nonsense. Aber eben stark gerappt.

Ich gebe dem Ding 7/10, da der Nervfaktor der Tags überwiegt. Ich freu mich auf The Documentary 3.

DJ Premier & Ransom – The Reinvention

Premo ist 2025 ein Arbeitstier und dabei ist das Collab-Album mit Nas noch nicht mal draußen.

Spielzeit wieder unter 20 Minuten, doch im Gegensatz zur EP mit Marciano kann hier die Repeat Taste betätigt werden. Die Beats von Premier und die Raps von Ransom verbinden sich zu einer guten Masse. Premo sichert die besten Beats sicherlich für Nas‘ Album, aber auch die „Ausschussware“ ist verdammt stark.

Das hier ist pures New York, bis auf den Skit passt hier einfach alles. 9/10