Kategorie: Rap (Seite 3 von 3)

Kool Savas – Lan Juks

Wir haben lang genug gewartet das dieses Album erscheint. Über einen Zeitraum von 10 Monaten wurden 6 Tracks von diesem Album und damit genau die Hälfte vorab als „Singles“ veröffentlicht.

Das Album beginnt auch hoffnungsvoll, da der neue und der alte S.A.V., denn wir damals zum King of Rap ernannt haben, auf dem selben Track spitten. Danach folgt aber auf 32 Minuten zum Großteil der 0815-Savas, der zwar immer noch gut, aber eben nicht mehr Elite ist.

Warum man aus Nur die Nacht allerdings eine semi-geile Liebeserklärung an HipHop macht und dieses Sample nicht für das schnulzigste Liebeskummer Lied macht weiß nur Essah.

Auch My Life liefert eine geile Sample-Hook, aber die Texte fühle ich so semi. Auf Ich glaub Ich bekommt man einen alten KKS Verse, der soviel Wortwitz und Flow ausstrahlt, danach aber der SAV Verse einfach unpassend wirkt.

Alles in allem solides Album mit Potential zu viel viel mehr, aber das bekommt man nicht. 7/10

Clipse – Let God Sort Em Out

16 verdammte Jahre mussten wir auf ein neues Album von Clipse warten. Allerdings schwingt nach so einer langen Wartezeit eine Menge Zweifel mit. Können die Jungs immer noch überzeugen? Können Sie an die Höhen alter Zeit anknüpfen?

Auf Beats von Pharrell kommen die Jungs daher als wären sie nicht weg gewesen. Die Raps scharf wie Messer, die Lyrics auf den Punkt wie Nadelstiche und eine Gästeliste, die Herzen höher schlagen lässt.

In 40 Minuten lassen Pusha T und Malice einen Film im Kopf abspielen. Rap wie man ihn 2025 nicht mehr bekommt aber bitter benötigt. Real HipHop.

Album des Jahres. 10/10

Snoop Dogg & Dr. Dre – Missionary

Ich hatte Angst dieses Album zu hören. Wenn man an ein Snoop Dogg und Dr. Dre Album denkt, denkt man direkt an Chronic, Doggystyle und 2001. Ein solch prägendes Album kann ich von beiden in den 2020ern nicht erwarten.

Deswegen musste ich erstmal massiv meine Erwartungshaltungen zurück schrauben und neutral an die Sache rangehen.

Es ist kein schlechtes Album. Man kann die Headphones aufsetzen und 46 Minuten mit dem Kopf nicken. Der Sound ist erwachsener geworden. Weniger hungrig. Beide wissen um ihren Status und zeigen das auch.

Es bleibt aber leider nur ein gutes Album. Das ist nicht der Neuzeit-Klassiker und vielleicht war das meine Erwartungshaltung. 7/10

Tom Hengst – kopf oder zahl vol.1

Tom Hengst scheint schon einige Zeit Welle zu machen, bei mir ist er das erste Mal mit 9K und dem OG Keemo Feature in Erscheinung getreten.

Nachdem ich 9K auf Dauerrepeat gepumpt habe, wurde mir auch seine EP vorgeschlagen.

In 7 Songs und 18 Minuten liefert Hengst ein gutes Werk ab. Seine Beatpicks sitzen, seine Flow und Stimme variiert angemessen. Man kann sie die EP gut anhören, leider bleibt außer 9K nichts hängen. Das liegt vermutlich aber eher am übermächtigen Keemo als an Hengst.

Man kann guten Gewissen die EP hören, allerdings hat sie keine Langlebigkeit. 7 von 10 Punkten.

B-Real & Psycho Les – Real Psycho

Der Frontmann von Cypress Hill und eine Hälfte von The Beatnuts mit einem gemeinsamen Album? Das lässt die Ohren der Hip-Hop-Headz aufspitzen.

Die beiden kombinieren das beste aus beiden Welten, die Produktionen sind scharf und B-Real hat auch 20+ Jahre nach seinem Debüt nichts von seinen Stil verloren.

Das Album lässt sich schön in einem Rutsch hören, ohne das einzelne große Highlight zu haben. 45 Minuten Kopfnicker Musik.

Wundervolle 8 von 10 Punkten.

Curse – Aera EP

Nachdem Curse 2024 bereits ein neues Album gedroppt hat, kommt Ende November 2024 noch eine EP dazu.

4 Tracks, 13 Minuten. Wen Curse drauf steht, bekommt man Curse. Die EP gibt mir 2000er Vibes auf 2024er Produktionen.

Mit Familia liefert er auch eine Hymne an meine Jugend. Mit Cora E, den Stieber Twins und Aphroe holt Curse nochmal ein paar Legenden aus dem Schatten. Wie gut es tat die Stieber nochmal reimen zu hören.

Da ich aus der Zeit komme bin ich vielleicht voreingenommen, aber die EP verdient 10 von 10 Punkten.

Above the Law – Pomona Love

Ich weiß gar nicht was mich dazu verleitet hat dieses Album zu hören. Livin like Hustlers hatte damals, in meiner absoluten G-Funk Era, seine Rotation. Danach habe ich aber gar nichts mehr mitbekommen.

Das Album versucht den typischen WestCoast Sound zu erzeugen, das gelingt aber leider nicht. Auch die Raps holen mich nicht ab.

Gehört und vergessen. Es ist nicht ganz schlecht, es ist allerdings auch nicht gut. Ich werde es nicht noch einmal hören. 5 von 10 Punkten.

Kodak Black – Trill Bill

Manchmal stöbere ich die Releaseliste im World Wide Web durch und mache mir Notizen, wo ein mal reinhören möchte. Die Liste ist meistens länger als meine „Freizeit“, aber manchmal findet man Zeit die man sonst anders verplant hätte.

Für Trill Bill befand ich mich auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen, allerdings hatte mein Zug Verspätung. Mit 32 Minuten ist das Album ja nicht sonderlich lang und passte perfekt als Wartemusik.

Hätte ich die Zeit mal lieber anders genutzt. Kodak Black hatte ja mal einen Hype, den auch ich mitbekommen habe. Hier passte aber nichts. Die Beats sind nicht gut, abgemischt ist es auch schlecht. Dazu merkt man den Drogeneinfluss, unter dem Kodak steht.

Es gab 1-2 Lines die mich schmunzeln ließen, deswegen bekommt es auch 1 von 10 Punkten. Lasst es.

Ice Cube – Man Down

Ice Cube hat mich in meiner musikalischen Laufbahn enorm geprägt. Sei es mit N.W.A. und dem Lied, das die Polizei als Feind manifestiert hat. Oder dem All-Time Classic Today was a good Day, über seine Teilnahme an der legendären Up in Smoke-Tour, deren VHS und später DVD mehrmals über meinen Bildschirm flimmerten.

Auch das Debütalbum der Westside Connection lief auf Heavy Rotation. Seine Friday Filmreihe ist legendär. Irgendwie logisch das mich ein neuer Album Release nicht kalt lässt. Grade, da die Leadsingle Its my Ego doch richtig stark war.

Und am Ende war ich enttäuscht. Es ist kein schlechtes Album, aber es ist halt kein Ice Cube Album, so wie ich es mir wünsche. Der Mann, der grade aggressiv und sauer glänzt, versucht hier auf poppigen Westcoast-Beats für gute Laune zu sorgen.

Dann geht für 1-2 Tracks schon klar, aber nicht auf einem Album mit einer Länge von 60 Minuten. Da gibt es 2024 bessere Rapper und bessere Alben. Einmal Durchhören reicht völlig. 6 von 10 Punkten.

Kendrick Lamar – GNX

Nachdem uns K-Dot bereits seit März 2024 und dem Release seines Überraschungsauftritt auf „Like That“ von Metro Boomin über den anschließenden Beef mit Drake mit dem wohl besten Diss-Track seit „Hit em up“ in einem Chokehold hält, wird dieser Griff gegen Jahresende nochmal enger gezogen.

Das an einem winterlichen Freitagabend plötzlich ein neues Kendrick Album rauskommt, hatten sicherlich die wenigsten auf ihrer Bingo-Karte. So reicht ein kurzer Teaser auf YouTube (der überhaupt nicht auf dem Album zu finden ist) und ein Instagram Post um die Welt durch drehen zu lassen.

12 Tracks, 44 Minuten, keine Skips. Das erinnert stark an Illmatic. Einzelne Lieder herauszunehmen fällt schwer, da das Album ein Gesamtkunstwerk ist.

3 Lieder möchte ich aber exemplarisch herausstellen:

  • man at the garden“, das mir starke Nas‘ „One Mic“ Vibes bereitet.
  • reincarnated“, auf dem K den frisierten „Made N*****“-Beat von ‚Pac zerstört
  • heart pt. 6“, auf dem Dot seine Serie fortsetzt und den versuchten Disstrack von Drake negiert.

Kopfhörer auf, GNX anmachen. Das wird der Vibe für die nächsten Wochen und Monate. Das Album kann nichts anderes als 10 von 10 bekommen.