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Main Concept – Kontinuum EP

Das Ding ist mal völlig an mir vorbei gegangen. Zum 35 jährigen Jubiläum lässt es sich Main Concept nicht nehmen, eine kleine EP zu droppen.

Und meine Güte, das ist der Sound mit dem ich aufgewachsen bin. David Pe, der wie in den 90ern über den Beat spaziert und dabei seinen Witz in lyrisch herausfordernde Reime packt, hat in den letzten Jahr nichts verlernt. Die Beats von Glammerlicious, unterstützt von den Cuts von DJ Explizit, das Gesamtwerk passt hier einfach.

Das Ding muss aufgrund der kurzen Länge häufiger rotieren, aber das kann man auch in 10 Jahren noch hören. 10/10

Tech N9ne – 5816 Forest

Ich habe bislang Tech nie auf Albumlänge gehört. Daher ging ich völlig ohne Erwartung in diese Listening-Session.

In knapp einer Stunde bekommt man hier roh und unzensiert das Leben von N9ne präsentiert, immer wieder unterbrochen durch sehr persönliche Skits, die sich prima in das Konzept einbringen.

Tech hat einen gewöhnungsbedürftigen Flow, aber dort ist er ein Meister seiner Art. Wer davon nicht abschreckt, bekommt ein gutes, klassisches Rap Album geliefert. 8/10

Nas & DJ Premier – Light Years

Es ist da. Jahrelang haben wir darauf gewartet. Nas auf einem Album mit ausschließlich Preemo Beats? Weihnachten, Ostern und Geburtstag auf einem Tag.

Wer hier 2025 Nas erwartet, wird enttäuscht sein. Wir drehen die Uhr zurück und es ist 1994. Es ist eins dieser Alben, die in der Gesamtheit bestehen. Einzelne Tracks rauszupicken ist unmöglich, ähnlich wie ich es bei Illmatic fühle.

Es passt von vorne bis hinten alles, das es hier einen der wenigen Nas & AZ Tracks gibt, ist die sogenannte Kirsche oben drauf.

Das Ding hat schon mehrmals meine AirPods überwunden. 10/10

The Game & DJ Drama — Gangsta Grillz: Every Movie Needs a Trailer

Mit The Game, der 2004 die Westküste wieder auf die Karte gebracht hat, und DJ Drama, der in den 2000ern das Mixtape-Game durchgespielt hat, treffen hier zwei Giganten aufeinander. Ob es 2025 noch ein Gangsta Grillz braucht, geschenkt. Gegen hoffentlich gute Musik hat niemand was.

Das große Kritikpunkt hier sind die ständigen, typischen 2000ern Shouts „DJ DRAMA“, „GANGSTA GRILLZ“, während, vor oder nach einem Song. Das zieht runter.

The Game ist The Game, er bringt eine unfassbare Aura auf den Beat. Das Tape soll in zwei Tagen entstanden sein, das merkt man an der Belanglosigkeit der Texte. Sehr viel Name-dropping, sehr viel nonsense. Aber eben stark gerappt.

Ich gebe dem Ding 7/10, da der Nervfaktor der Tags überwiegt. Ich freu mich auf The Documentary 3.

DJ Premier & Ransom – The Reinvention

Premo ist 2025 ein Arbeitstier und dabei ist das Collab-Album mit Nas noch nicht mal draußen.

Spielzeit wieder unter 20 Minuten, doch im Gegensatz zur EP mit Marciano kann hier die Repeat Taste betätigt werden. Die Beats von Premier und die Raps von Ransom verbinden sich zu einer guten Masse. Premo sichert die besten Beats sicherlich für Nas‘ Album, aber auch die „Ausschussware“ ist verdammt stark.

Das hier ist pures New York, bis auf den Skit passt hier einfach alles. 9/10

Vega – König ohne Krone

Vega hat 2024 mit WSSNMB das beste Deutschrap Album rausgebracht, daher war die Erwartungshaltung für König ohne Krone sehr hoch.

Diese sank auch nicht in der Promophase, wo man direkte Verknüpfungen zu WSSNMB hatte.

In Momenten wo Vega seine verletzliche Seite zeigt, zieht er die Hörer in diese Stimmung wie es kein anderer Rapper in Deutschland kann. Die Lieder für die Straße sind bei KoK nicht so stark wie bei seinem Vorgänger, daher ist es nicht auf dem selben Niveau.

Aber es ist ein verdammt starkes Album, 9/10. Hört Vega.

Big L – Harlem’s Finest: Return of the King

Das Jahr 2025 bringt einen neuen, offiziellen Release von Big L. Manchmal ist die Welt doch schön und gönnt.

Das 26 Jahre nach seinem tragischen Tod die Schreibtischschublade an neuen, frischen Texten leer ist, sollte jedem klar sein. Das man allerdings ein ziemlicher L-Head sein muss (schuldig!), um die Reime zu kennen, ist es umso wichtiger das nochmal auf einem richtigen Release zu veröffentlichen.

Damit öffnet man auch vielen neuen HipHop Headz die Pforte zu Big L, um tiefer einzutauchen und die Legende um Harlems Finest zu lernen und zu lieben.

Das Album ist eine liebevolle Zusammenstellung, wo wirklich darauf geachtet wurde das es zu L passt. Das ist kein Biggie Duets oder Loyal to the Game, das ist New York 1995.

Das Album verdient unglaubliche 9/10.

Big L – Rest in Peace!

SSIO – Alles oder nix

SSIO ist wieder zurück (war er eigentlich mal richtig weg?) um Deutschrap zu retten. Promophase hat der gute durchgespielt, das muss man ihm lassen.

Das Album ist sauber produziert, die Reime sind SSIO-typisch und alles in allem kann man wenig meckern. Inhaltlich kommt da wenig, außer random namedropping. Alles auf lustig angelegt gibts auch einige gute Schmunzeler.

Das Album ist halt einmal gehört und dann wieder in die Ecke gestellt. Das ist keine Musik für Repeat, das ist Musik für den nächsten TikTok Trend. 6/10

Mobb Deep – Infinite

Das uns 2025 mit neuen Verses von Prodigy segnet, hatte ich nicht auf der Agenda. Acht Jahre nach seinem Tod frische Reime zu hören ist wirklich Balsam.

Die Erwartungshaltung war durch die posthume Veröffentlichung natürlich sehr gering. Allerdings war ich nach der ersten Rotation völlig geflasht.

Man merkt wie viel Liebe Havoc investiert hat, um ein würdiges Mobb Deep Album abzuliefern. Das ist ihm definitiv gelungen.

Mit Gastauftritten wird auch nicht gegeizt, alle passend den Umständen entsprechend.

Ein wirklich schönes Album, das starke 8/10 verdient hat.

Rest in Peace P!

DJ Premier & Roc Marciano – The Coldest Profession

Die Ankündigung hat schon einen kleinen Hype bei mir ausgelöst. Mit Roc einer der smoothsten Rapper über ausschließlich Premo Beats? Was kann da schief gehen?

Nichts. Die 20 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug. Die Beats sind nicht typisch Premo, er hat sich hier wirklich auf den minimalistischen Stil von Roc eingelassen. Dieser schwebt über jeden Beat als wäre es das normalste der Welt. Die Kombo passt.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Langlebigkeit. Ich verspüre keine Drang das Ding mehr als einmal zu hören. 7/10