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SSIO – Alles oder nix

SSIO ist wieder zurück (war er eigentlich mal richtig weg?) um Deutschrap zu retten. Promophase hat der gute durchgespielt, das muss man ihm lassen.

Das Album ist sauber produziert, die Reime sind SSIO-typisch und alles in allem kann man wenig meckern. Inhaltlich kommt da wenig, außer random namedropping. Alles auf lustig angelegt gibts auch einige gute Schmunzeler.

Das Album ist halt einmal gehört und dann wieder in die Ecke gestellt. Das ist keine Musik für Repeat, das ist Musik für den nächsten TikTok Trend. 6/10

Mobb Deep – Infinite

Das uns 2025 mit neuen Verses von Prodigy segnet, hatte ich nicht auf der Agenda. Acht Jahre nach seinem Tod frische Reime zu hören ist wirklich Balsam.

Die Erwartungshaltung war durch die posthume Veröffentlichung natürlich sehr gering. Allerdings war ich nach der ersten Rotation völlig geflasht.

Man merkt wie viel Liebe Havoc investiert hat, um ein würdiges Mobb Deep Album abzuliefern. Das ist ihm definitiv gelungen.

Mit Gastauftritten wird auch nicht gegeizt, alle passend den Umständen entsprechend.

Ein wirklich schönes Album, das starke 8/10 verdient hat.

Rest in Peace P!

DJ Premier & Roc Marciano – The Coldest Profession

Die Ankündigung hat schon einen kleinen Hype bei mir ausgelöst. Mit Roc einer der smoothsten Rapper über ausschließlich Premo Beats? Was kann da schief gehen?

Nichts. Die 20 Minuten Spielzeit vergehen wie im Flug. Die Beats sind nicht typisch Premo, er hat sich hier wirklich auf den minimalistischen Stil von Roc eingelassen. Dieser schwebt über jeden Beat als wäre es das normalste der Welt. Die Kombo passt.

Mein einziger Kritikpunkt ist die Langlebigkeit. Ich verspüre keine Drang das Ding mehr als einmal zu hören. 7/10

Bushido – König für Immer EP

Bei Spotify wurde mir diese EP vorgeschlagen. Sagte mir null, die Recherche ergab das diese EP ein RTL+ Exklusive (lol) war und jetzt auf allen Plattformen verfügbar ist.

Bei 5 Tracks und 13 Minuten Laufzeit habe ich das Ding mal über die AirPods geballert.

Es ist Bushido 2024. Seine Stimme und sein Flow erzeugen immer noch einen Moment der Unbeschwertheit, seine Beats wählt er weiterhin sehr bedacht aus. Der Inhalt ist halt nichts. Die typischen nichtssagenden Reime.

Spart die Zeit. 4/10

Kool Savas – Lan Juks

Wir haben lang genug gewartet das dieses Album erscheint. Über einen Zeitraum von 10 Monaten wurden 6 Tracks von diesem Album und damit genau die Hälfte vorab als „Singles“ veröffentlicht.

Das Album beginnt auch hoffnungsvoll, da der neue und der alte S.A.V., denn wir damals zum King of Rap ernannt haben, auf dem selben Track spitten. Danach folgt aber auf 32 Minuten zum Großteil der 0815-Savas, der zwar immer noch gut, aber eben nicht mehr Elite ist.

Warum man aus Nur die Nacht allerdings eine semi-geile Liebeserklärung an HipHop macht und dieses Sample nicht für das schnulzigste Liebeskummer Lied macht weiß nur Essah.

Auch My Life liefert eine geile Sample-Hook, aber die Texte fühle ich so semi. Auf Ich glaub Ich bekommt man einen alten KKS Verse, der soviel Wortwitz und Flow ausstrahlt, danach aber der SAV Verse einfach unpassend wirkt.

Alles in allem solides Album mit Potential zu viel viel mehr, aber das bekommt man nicht. 7/10

Clipse – Let God Sort Em Out

16 verdammte Jahre mussten wir auf ein neues Album von Clipse warten. Allerdings schwingt nach so einer langen Wartezeit eine Menge Zweifel mit. Können die Jungs immer noch überzeugen? Können Sie an die Höhen alter Zeit anknüpfen?

Auf Beats von Pharrell kommen die Jungs daher als wären sie nicht weg gewesen. Die Raps scharf wie Messer, die Lyrics auf den Punkt wie Nadelstiche und eine Gästeliste, die Herzen höher schlagen lässt.

In 40 Minuten lassen Pusha T und Malice einen Film im Kopf abspielen. Rap wie man ihn 2025 nicht mehr bekommt aber bitter benötigt. Real HipHop.

Album des Jahres. 10/10

Snoop Dogg & Dr. Dre – Missionary

Ich hatte Angst dieses Album zu hören. Wenn man an ein Snoop Dogg und Dr. Dre Album denkt, denkt man direkt an Chronic, Doggystyle und 2001. Ein solch prägendes Album kann ich von beiden in den 2020ern nicht erwarten.

Deswegen musste ich erstmal massiv meine Erwartungshaltungen zurück schrauben und neutral an die Sache rangehen.

Es ist kein schlechtes Album. Man kann die Headphones aufsetzen und 46 Minuten mit dem Kopf nicken. Der Sound ist erwachsener geworden. Weniger hungrig. Beide wissen um ihren Status und zeigen das auch.

Es bleibt aber leider nur ein gutes Album. Das ist nicht der Neuzeit-Klassiker und vielleicht war das meine Erwartungshaltung. 7/10

Tom Hengst – kopf oder zahl vol.1

Tom Hengst scheint schon einige Zeit Welle zu machen, bei mir ist er das erste Mal mit 9K und dem OG Keemo Feature in Erscheinung getreten.

Nachdem ich 9K auf Dauerrepeat gepumpt habe, wurde mir auch seine EP vorgeschlagen.

In 7 Songs und 18 Minuten liefert Hengst ein gutes Werk ab. Seine Beatpicks sitzen, seine Flow und Stimme variiert angemessen. Man kann sie die EP gut anhören, leider bleibt außer 9K nichts hängen. Das liegt vermutlich aber eher am übermächtigen Keemo als an Hengst.

Man kann guten Gewissen die EP hören, allerdings hat sie keine Langlebigkeit. 7 von 10 Punkten.

B-Real & Psycho Les – Real Psycho

Der Frontmann von Cypress Hill und eine Hälfte von The Beatnuts mit einem gemeinsamen Album? Das lässt die Ohren der Hip-Hop-Headz aufspitzen.

Die beiden kombinieren das beste aus beiden Welten, die Produktionen sind scharf und B-Real hat auch 20+ Jahre nach seinem Debüt nichts von seinen Stil verloren.

Das Album lässt sich schön in einem Rutsch hören, ohne das einzelne große Highlight zu haben. 45 Minuten Kopfnicker Musik.

Wundervolle 8 von 10 Punkten.

Curse – Aera EP

Nachdem Curse 2024 bereits ein neues Album gedroppt hat, kommt Ende November 2024 noch eine EP dazu.

4 Tracks, 13 Minuten. Wen Curse drauf steht, bekommt man Curse. Die EP gibt mir 2000er Vibes auf 2024er Produktionen.

Mit Familia liefert er auch eine Hymne an meine Jugend. Mit Cora E, den Stieber Twins und Aphroe holt Curse nochmal ein paar Legenden aus dem Schatten. Wie gut es tat die Stieber nochmal reimen zu hören.

Da ich aus der Zeit komme bin ich vielleicht voreingenommen, aber die EP verdient 10 von 10 Punkten.